Corona

Positiv.

Nun hat es uns doch erwischt. Aber wir haben Glück gehabt.

Heute ist Donnerstag, und Sonntag vor zehn Tagen fing es an: bei mir mit Halsschmerzen, bei Jürgen mit etwas, das er zunächst für Muskelkater hielt. Einen Tag später bemerkte er, dass sein Kaffee nach nichts schmeckte und ging zum Schnelltest bei der Betriebsärztin.

Der war so positiv, wie ein Schnelltest nur positiv sein kann. Am nächsten Morgen kam die Betriebsärztin Masiego deshalb zu uns nach Hause und machte PCR-Tests. Zu wahrscheinlich war es, dass wir beide infiziert sein würden, da wollte man kein Risiko eingehen und uns noch durch die Gegend laufen lassen. Außerdem ging es uns inzwischen auch nicht mehr besonders gut.

Am Abend kam per Mail das erwartete Testergebnis: positiv. Das schlimmste ist in dem Moment eigentlich die Sorge, jemand anders angesteckt zu haben. Inzwischen können wir relativ sicher sagen, dass wir niemand infiziert haben – vermutlich auch deshalb, weil unsere wenigen Kontakte unter freiem Himmel stattgefunden haben.

Mit dem positiven PCR-Test gelten wir in Deutschland im besten Fall als genesen und müssen nicht mehr auf die Impfung warten – sofern das Gesundheitsamt den Test anerkennt. Das botsuanische Gesundheitsamt wiederum rief gleich am nächsten Tag an und erklärte uns das weitere Prozedere: 10 Tage Selbstisolation, dann können wir ins Krankenhaus kommen und uns „gesundschreiben“ lassen.

Eine Woche später kann man vorsichtig sagen, dass wir Glück hatten. Husten, Schnupfen, Niesattacken, Halsschmerzen, Durchfall, Fieber, Erschöpfung, Geruchs- und Geschmackverlust, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit: Wir haben so ziemlich alle „leichten“ Symptome mitgenommen, scheinen uns aber langsam zu erholen. Der Kollege hingegen, bei dem Jürgen sich vermutlich angesteckt hat, ist heute Morgen verstorben. Er war jünger als wir.

Für uns ist die Quarantäne am Samstag vorbei. Danach dürfen wir uns wieder frei bewegen. Es wird allerdings wohl noch eine Weile dauern, bis wir wieder riechen können und normal belastbar sind, von Sport ganz zu schweigen. Aber nach den heutigen Nachrichten ist das irgendwie auch egal.

Wir hatten Glück.

Der Schnelltest war so schnell positiv, dass die Ärztin gleich etwas mehr Abstand hielt. #
Für den PCR-Test kam Masiego dann zu uns nach Haus. Das war wohl der freundlichste PCR-Test, den ich je erleben werde. Begleitet von einem beruhigenden „Don’t hate me, my sweetheart, don’t hate me, relax, relax“ schob sie mir das Teststäbchen in die Nase.

2 Kommentare

  • Michaela

    Hollo Doris,

    erwischen kann es jeden, auch hier in Deutschland: aber zum Glück habt Ihr den Covid-Virus halbwegs unter Controlle gehabt. Vielleicht kannst Du ja in Deinem nächsten Bock schreiben: was wäre wenn…und Eure Impfstrategie.

    Die Anlage sieht super aus. Bring eine Frangipani-Blume mit

    Gruß Michaela

    • Doris

      Hallo Michaela,
      schön von dir zu hören! Ja, wir haben wirklich Glück gehabt. Impfen lassen dürfen wir uns leider nun erst im November, anscheinend muss man ein halbes Jahr warten. Und weil Botswana nach wie vor Virusvariantengebiet ist, muss ich bei meiner nächsten Heimatreise auch in Quarantäne. 14 Tage, keine Möglichkeit zu verkürzen – selbst nicht als „Genesene“ und übrigens auch nicht als Geimpfte. Aber mal sehen, vielleicht ändert sich da ja in den nächsten Wochen noch etwas.
      Herzliche Grüße 🙂

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